Forschungsfragen

Im Verlauf des Projektes werden wir unterschiedlichen Fragestellungen nachgehen. In den Analysen wird es darum gehen das Vorkommen der in den Nisthilfen nachgewiesenen Insektenarten und deren Häufigkeiten zu erklären. Darüber hinaus werden wir auch die Bestandsausdehnungen dokumentieren.

Geographische Lage und Höhe über dem Meeresspiegel können einen Einfluss auf das Vorkommen von Insekten haben.

Ein Auszug möglicher Fragestellungen:

  1. Insekten sind Wärme liebende Tiere. Daher wird erwartet, dass die Insektendiversität von Süd- nach Norddeutschland abnimmt. Kann dieses Phänomen im Rahmen des Schulinsektenhausprojektes belegt werden?
  2. Die Insekten werden großteils in Städten erfasst. Für diese gilt, dass Urbanisierung zur Homogenisierung von Pflanzen- und Tiergemeinschaften führt. Ist dies auch in unseren Nisthilfen zu beobachten?
  3. Gebietsfremden Arten, wie z.B. der Stahlblaue Grillenjäger (Isodontia mexicana) oder die Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis) breiten sich seit wenigen Jahren innerhalb Deutschlands von Süden nach Norden aus. Diese aus Mexiko und China stammenden Arten können auch in Nisthilfen nachgewiesen werden. Wie ist ihr aktueller Verbreitungsstand bzw. Ausbreitungsfortschritt und welche Auswirkungen haben sie auf andere Insekten (Beutetiere, Nistplatzkonkurrenz)?
  4. Welche räumlichen, strukturellen und baulichen Faktoren beeinträchtigen bzw. fördern die Insektenvielfalt?
  5. Welche Nahrungsquellen nutzen Wildbienen zum Pollen- und Nektarsammeln? Welche Schädlinge wie z. B. Blattläuse tragen solitäre Wespen bevorzugt in die Nisthilfen ein? Gibt es einen geographischen Nahrungsgradienten innerhalb Deutschlands?
  6. Welche Umweltvariablen in und um die Gärten beeinflussen die Nahrungsdiversität und den Polleneintrag, als Maß für die Bestäubungsleistung, oder die Schädlingsregulierung?
  7. Können wir Faktoren identifizieren, die gezielt seltene Insektenarten fördern?

Faktoren, die zur Beantwortung der Fragen benötigt werden sind zum Beispiel:

  • geografische Lage
  • Höhe über dem Meeresspiegel
  • Mittlerer Jahresniederschlag
  • Mittlere Jahrestemperatur
  • Grad der Urbanisierung
  • Grad der Versiegelung
  • Anteil an Grünflächen
  • Distanz zum nächsten natürlichen Habitat
Im Umkreis von 500m um jede teilnehmende Einrichtung wird der Flächenanteil der Versiegelung berechnet werden.

Die Daten für viele Variablen (z.B. Bebauung, Klima) können wir über Geografische Informationssysteme oder öffentliche Messstationen beziehen. Für die folgenden Variablen werden wir Sie zu gegebener Zeit um Auskunft bitten:

  • Abstand zum nächsten Insektenhaus
  • Größe und Alter des Insektenhauses
  • Genaue Beschreibung des Mikrohabitats an dem die Nester installiert wurden (Exposition, Höhe, Nähe zur nächsten Nahrungsquelle, Beschattung)
  • Abstand zu Gehölzen (Eiche, Ahorn, Rosskastanie etc.)
  • Alter der Wohngegend
Die möglicherweise wichtigsten Faktoren, die die Besiedelung der Nisthilfen beeinflussen, können nicht auf Luftbildern gesehen werden.

Die Nester selbst halten viele Informationen für uns bereit. Wir können die Nahrungsquellen der Wildbienen bestimmen und anhand von Pollenanalysen die Pflanzenarten erfassen, die in der Umgebung besucht wurden.

Unter dem Lichtmikroskop ist nach Anfärbung der Pollen eine Zuordnung zur Nahrungspflanze der Biene möglich.